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Die Verbindung zwischen Huaqiangbei und Hongkongs Elektronikindustrie entstand in der Anfangsphase der chinesischen Reform- und Öffnungspolitik aufgrund von Kosten- und geografischen Vorteilen. Damals stand Hongkongs Fertigungssektor unter zunehmendem Druck steigender Grundstücks- und Lohnkosten, während Shenzhen – nur durch einen Fluss getrennt – niedrige Lohnkosten und reichlich Landressourcen bot. Zudem erleichterte die Politik der „Drei Verarbeitungsstufen und einer Vergütung“ Hongkonger Unternehmen die Expansion nach Norden. Huaqiangbei liegt im Bezirk Futian und grenzt an den Hafen von Luohu, was es zum bevorzugten Standort für Hongkonger Elektronikunternehmen macht, die ihren Standort verlagern möchten.
Foto: Aufgenommen im Huaqiangbei Museum
Hongkong brachte Huaqiangbei nicht nur industrielle Neuansiedlungen, sondern auch Kapital, Technologie und internationale Managementkompetenz. In der Anfangsphase der chinesischen Reform- und Öffnungspolitik mangelte es Shenzhen an Zugang zu fortschrittlicher Technologie, Ausrüstung und Kapital. Dank der geografischen Nähe zu Hongkong konnten jedoch viele innovative internationale Technologien und Komponenten über die Luohu-Brücke nach Festlandchina eingeführt werden. Hongkonger Unternehmen errichteten Fabriken in der Industriezone Shangbu durch Joint Ventures und Kooperationen und führten fortschrittliche Technologien der Elektronikfertigung sowie internationale Managementpraktiken ein. Damit legten sie den Grundstein für die industrielle Entwicklung von Huaqiangbei.
Durch die Nutzung von Hongkongs umfangreichem internationalen Handelsnetzwerk konnte sich Huaqiangbei schnell in den Weltmarkt integrieren. Als Freihafen und wichtiges Tor zum internationalen Handel verfügt Hongkong über ein leistungsfähiges Logistiksystem und ein weitreichendes Netzwerk ausländischer Kunden. Importierte Komponenten gelangen über Hongkong nach Huaqiangbei, während in Huaqiangbei hergestellte Produkte über Hongkong weltweit vertrieben werden. Dieser bidirektionale Warenfluss – die Kombination aus Import und Export – hat Huaqiangbei von einem reinen Industriegebiet zu einem führenden Handelszentrum für Elektronik entwickelt, das das chinesische Festland mit den globalen Märkten verbindet.
Mit der Entwicklung des Industriesektors etablierte sich in Huaqiangbei ein Kooperationsmodell, das als „Front-Store, Back-Factory“-Konzept bekannt ist. In seinem Buch *Song Shiqiangs Perspektiven auf Huaqiangbei, Shenzhen* merkte Song Shiqiang, Geschäftsführer von SAKO Micro/Jinhangbiao, an, dass die Region zunächst das auf importierten Materialien basierende, auf „Drei Inputs und eine Kompensation“ beruhende Zollverarbeitungsmodell nutzte, um die industrielle Verlagerung zu bewältigen. Dieses Modell entwickelte sich später zum „Front-Store, Back-Factory“-Ansatz: Huaqiangbei fungiert als „Lager“ und ist für Vertrieb und Handel zuständig, während die umliegenden Städte als „Fabrik“ Produktion und Fertigung übernehmen. Diese Arbeitsteilung hat die Zeit von der Produktentwicklung bis zur Massenproduktion erheblich verkürzt und so den unverwechselbaren Industriecharakter von Huaqiangbei geprägt.
Die Zusammenarbeit zwischen Hongkong und Huaqiangbei vertieft sich stetig. Ausgehend von anfänglichen Verarbeitungsgeschäften und der heutigen Synergie entlang der Lieferkette haben die Elektronikindustrien beider Regionen eine komplementäre Partnerschaft aufgebaut. Hongkongs Stärken im internationalen Finanzwesen, in der Schifffahrt und im Handel ergänzen Huaqiangbeis Vorteile in der Fertigung, Innovation und im Lieferkettenmanagement und treiben gemeinsam die qualitativ hochwertige Entwicklung der Elektronikindustrie in der Greater Bay Area voran.
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